Wählt kritisch: Liste 6 ins Studierendenparlament 2018!

Deshalb setzen wir uns von der Kritischen Liste im Studierendenparlament dafür ein, dass der AStA FU ein AStA bleibt, der eine radikale Kritik an Hochschule und Gesellschaft befürwortet und die KORFU weiterhin mit seiner Infrastruktur unterstützt!

Gesellschafts- bzw. herrschaftskritische Forschung und Lehre sind an der sogenannten Freien Universität leider eine Seltenheit geworden. Im Jahr 2009 wurde der letzte Lehrstuhl für Kritische Psychologie vom FU-Präsidium nicht erneut ausgeschrieben und mit der Einführung des Bachelor-Master-Systems ausradiert; als nächstes ist der gesellschaftskritische Arbeitsbereich für Politische Theorie und Ideengeschichte am Otto-Suhr-Institut dran, inkl. aller Angestellten und laufenden Forschungsprojekte.

Stattdessen dominieren Forschungsprojekte, die die bestehende Form der gesellschaftlichen Organisation trotz der immensen Ungerechtigkeiten, gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse und physischer sowie struktureller Gewalt bestärken. Als Beispiel dient der gut durchfinanzierte Sonderforschungsbereich „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ (SFB700), bei dem es vorrangig darum geht, staatliche Wirtschaftsinteressen durch Kooperationen mit lokalen, oftmals autokratischen Eliten wie z.B. in Afghanistan und Somalia durchzusetzen.

Während Kritik einerseits das Hinterfragen der gesellschaftlichen Verhältnisse bedeutet, muss es im Rahmen einer wirklich kritischen Lehre auch immer den Raum geben, vorgegebene Lehrinhalte nicht dogmatisch in sich reinpauken zu müssen, sondern auch die Entstehung alternativer Sichtweisen zu einem bestimmten Thema zu fördern und zuzulassen. Bestes Beispiel ist hierfür der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der FU, der die neoklassische Nationalökonomie nach Adam Smith als unhinterfragbare, naturgegebene Tatsache darstellt.

Unter anderem um diesem Missstand an der sogenannten Freien Universität zu begegnen, organisiert ein offenes Studierendenbündnis jedes Jahr zum Wintersemesterstart die Kritischen Orientierungswochen an der FU (KORFU). Zwei Wochen lang finden täglich kritische Infoveranstaltungen, die ihr so vermutlich nicht in eurem Studienverlaufsplan finden werdet, aber auch lockere Kneipenabende und Kiezspaziergänge statt. Währenddessen dient als erste Anlaufstelle für Interessierte das Couchcafé im Mensafoyer mit Kaffee und Frühstück.

Aus diesem Grund benötigen wir die Infrastruktur der Verfassten Studierendenschaft, z.B. Lagerräume und die Druckerei für das Programmheft oder den AStA-Bus für den Couchtransport.

Deshalb setzen wir uns von der Kritischen Liste im Studierendenparlament dafür ein, dass der AStA FU ein AStA bleibt, der eine radikale Kritik an Hochschule und Gesellschaft befürwortet und die KORFU weiterhin mit seiner Infrastruktur unterstützt!